Marke im Fokus: CIVIVI
Frag in einer beliebigen Messergruppe, welchen Folder man zuerst kaufen soll, und spätestens in der dritten Antwort steht CIVIVI Elementum. Das ist kein Marketingglück. CIVIVI hat die letzten Jahre damit verbracht herauszufinden, wie viel Messer sich in der unteren Preisklasse wirklich bauen lässt, und die Antwort fiel größer aus, als die meisten erwartet hatten.
Woher CIVIVI kommt
CIVIVI ist die EDC-Linie von WE Knife Co., einem Hersteller, der im Jahr 2000 in Yangjiang gegründet wurde, jener Stadt in Guangdong, in der seit Generationen Schneidwaren entstehen. WE hat sich seinen Namen mit Titan-Framelocks, Premiumstählen und Designer-Kooperationen gemacht, also mit Messern, für die man spart. 2018 startete das Unternehmen CIVIVI für das andere Ende des Regals: funktionale, praxisnahe EDC-Messer zu Preisen, über die man nicht lange nachdenken muss.
Entscheidend ist, dass beide Marken aus derselben Fertigung kommen, mit denselben Maschinen und denselben Toleranzen. Was sich unterscheidet, sind Materialauswahl und Preisklasse, nicht die Sorgfalt bei Passung und Finish. WEs Motto Made Better steht auch unter dem CIVIVI-Logo.
Die Logik hinter Stahl und Material
Exotische Superstähle findest du bei den meisten CIVIVI-Modellen nicht, und das hat einen Grund. Die Arbeitspferde heißen hier Nitro-V, 14C28N, D2 und 9Cr18MoV, im eigenen Haus je nach Modell auf 58 bis 61 HRC gehärtet. Nitro-V und 14C28N sind die rostfreien Varianten, leicht zu schärfen, wirklich rostträge und gut geeignet für ein Messer, das in der Hosentasche lebt. D2 gibt etwas Korrosionsbeständigkeit ab und hält dafür die Schneide länger. Höherwertige Stähle wie 154CM, N690 und CPM S35VN tauchen in einzelnen Serien auf, und Damascus zieht sich durch den ganzen Katalog.
Bei den Griffen reicht die Auswahl von G10 über Canvas Micarta, Aluminium, Carbon, Ultem und Lexan bis zu echtem Holz. Genauso breit ist die Auswahl an Verschlüssen: Liner Lock, Button Lock, Crossbar Lock und nicht verriegelnder Slipjoint. Ein Teil der Entwürfe kommt aus dem eigenen Team, ein anderer von externen Designern, unter ihnen Ben Petersen, Ostap Hel, Taylor Martin und Zac Whitmore.
Das Elementum, CIVIVIs Aushängeschild
Das Elementum ist das Modell, das die Marke gebaut hat. 7,5 cm Drop Point mit Hohlschliff, Flipper, gekäfigte Keramikkugellager und ein Liner Lock, alles zusammen 75 g. Am Aufbau ist nichts ungewöhnlich. Ungewöhnlich ist, wie sauber das für das Geld zusammengesetzt ist und wie viele Varianten CIVIVI seit 2018 auf denselben Rahmen gesetzt hat. Diese hier trägt poliertes Ultem statt G10, einen durchscheinenden bernsteinfarbenen Hochleistungskunststoff, der mit Licht und Gebrauch einen wärmeren Ton annimmt. Die Klinge ist D2 mit 59 bis 61 HRC.
Dasselbe Messer ohne Verriegelung
Das Elementum Slip Joint behält die Form und lässt die Verriegelung weg. Eine satinierte 14C28N-Klinge im Drop Point öffnet über den Nagelhau und wird von einer Rückenfeder gehalten, der ältesten und leisesten Art, einen Folder zu bauen. Laut sind hier nur die blauen Resin-Schalen. Es ist außerdem die Variante, auf die wir verweisen, wenn es um die Trageregeln in Österreich und Deutschland geht, wobei das eine allgemeine Anmerkung ist und keine Rechtsberatung. Mehr in dieser Richtung findest du bei unseren Slipjoint-Messern.
Das Kleine: Baby Banter
Ben Petersens Banter gehört zu den Entwürfen, die CIVIVI bekannt gemacht haben, und das Baby Banter ist die Version, die am Ende die meisten wirklich tragen. 5,9 cm Nitro-V, ein eingelassener Liner Lock, dunkelgrüne Micarta-Schalen, 57 g auf der Waage. Es verschwindet in der Hosentasche und öffnet trotzdem jedes Paket ordentlich. Wenn du jeden Tag ein Messer dabeihaben willst, ohne darüber nachzudenken, fängt deine Auswahl hier an.
Wenn ein Folder das falsche Werkzeug ist: Cloud Peak
CIVIVI baut nicht nur Klappmesser. Das Cloud Peak ist ein traditionell gezeichnetes Outdoormesser mit 11,7 cm Nitro-V-Klinge im Drop Point, 4 mm starkem Rücken, Backe aus Neusilber und Griffschalen aus Guibourtia-Holz. 196 g, braune Lederscheide, Paracord-Lanyard. Die Proportionen sind altmodisch im besten Sinn, und der Stahl steckt einen feuchten Rucksack weg. Vergleiche es mit dem Rest unserer feststehenden Messer.
Und eines für die Küche: Cibus
Das Cibus Chef's Knife stammt von Ostap Hel aus Polen, und man sieht es der Silhouette an. 20 cm 14C28N-Klinge mit nur 2,1 mm Stärke, Flachschliff, dazu ein gefräster G10-Griff, der auch mit nassen Händen greift. Mit 145 g ist es leicht für seine Länge, was allen entgegenkommt, die ein wendiges Messer einem schweren europäischen vorziehen. 14C28N ist ein vernünftiger Küchenstahl: rostfrei, feinkörnig und am Stein schnell wieder scharf. Es passt gut zum Rest unserer Küchenmesser.
Womit fängst du an?
Wenn du noch nie ein CIVIVI hattest, nimm das Elementum und schau dir an, worum das Ganze geht. Wenn du schon eines hast, ist der interessante Schritt eher zur Seite als nach oben. Das Slip Joint für entspanntes Tragen, das Baby Banter, wenn kleiner besser ist, das Cloud Peak, wenn ein Folder nicht reicht, das Cibus, wenn die Arbeit auf dem Brett passiert. Keines davon ist ein Sammlerstück, und genau deshalb werden sie benutzt.
Das komplette Programm findest du auf unserer CIVIVI-Seite, weitere Modelle bei den Taschenmessern.