EDC zusammenstellen: Messer, Lampe und Multitool für jeden Tag
Hosentaschen sind ehrlich. Was du jeden Tag mitnimmst, muss sich seinen Platz verdienen, denn alles, was schwer, sperrig oder umständlich ist, landet spätestens am Mittwoch in der Lade. Genau darum geht es bei Everyday Carry: ein paar kleine Werkzeuge, die dabei sind, wenn das Paketband, die lockere Schraube oder die dunkle Tiefgarage auftauchen, und nicht nur an den Tagen, an denen du damit gerechnet hast.
Wir werden oft gefragt, was in eine vernünftige EDC-Ausrüstung gehört. Unsere Antwort ist kurz. Ein Messer, eine Lampe und für viele ein kompaktes Multitool. So würden wir sie zusammenstellen, und darauf solltest du bei jedem Teil achten.
Fang bei deinem Alltag an
Bevor du irgendetwas kaufst, denk an die letzten zwei Wochen. Bürojob und Pendeln? Dann schlägt schlank und leicht groß und robust. Werkstatt, Hof oder Baustelle? Dann greifst du wahrscheinlich öfter zur Zange als zur Klinge. Gassirunden im Dunkeln von Oktober bis März? Plötzlich ist die Lampe das wichtigste Werkzeug, das du hast.
Sei auch beim Gewicht ehrlich zu dir. Wenn dir die Ausrüstung die Hose runterzieht, trägst du sie nach einem Monat nicht mehr. Verteil die Sachen lieber: das Messer mit Clip in der einen Vordertasche, die Lampe in der anderen und eine winzige Reservelampe am Schlüsselbund.
Das Messer: klein, flach und alltagstauglich
Für die Aufgaben im Alltag reicht eine Klinge von etwa 6 bis 7 cm völlig. Verpackungen, Schnur, ein Apfel, ein Holzsplitter. Eine dünne Klinge und ein schmaler Griff zählen mehr als ein langes Datenblatt, denn jeden Millimeter spürst du in der Tasche.
Unsere Wahl ist hier das Boker Plus Atlas All Black. Es ist ein Slipjoint, die Klinge öffnest du also klassisch über die Nagelhau, und sie arretiert nicht. Du bekommst einen 6,7 cm langen Drop Point aus 12C27, einen schlichten Griff aus Edelstahl und einen Tip-up-Clip, der das Messer tief in der Tasche hält. Am Nebentisch merkt niemand, dass du überhaupt ein Messer dabeihast.
Rechtlich ist so ein Messer ebenfalls die entspannte Wahl. In Deutschland ist das Führen von Messern, die sich mit einer Hand öffnen lassen und arretieren, sowie von feststehenden Klingen über 12 cm in der Öffentlichkeit ohne berechtigtes Interesse eingeschränkt, und sowohl in Deutschland als auch in Österreich gibt es Zonen, in denen Messer ganz verboten sind. Die Regeln ändern sich, also prüf die aktuelle Lage dort, wo du lebst. Wenn du für härtere Arbeit zu Hause oder draußen eine Verriegelung willst, ist das Boker Plus Atlas Backlock Droppoint dieselbe Idee mit einer Klinge aus D2 und einem Backlock. Unser Taschenmesser-Ratgeber geht da mehr ins Detail.
Die Lampe: dein Handy ist keine Taschenlampe
Ja, dein Handy hat ein Licht. Es hat aber auch einen Akku, den du für anderes brauchst, und es ist mühsam, es zwischen den Zähnen zu halten, während du eine Fahrradkette wieder auflegst. Eine eigene EDC-Lampe ist heller, lässt sich mit Handschuhen bedienen und lässt dich nicht mit 11 Prozent Akku stehen, wenn du jemanden anrufen musst.
Die Nitecore EDC17 ist für die Hosentasche gemacht. Sie ist nur 16 mm dick und wiegt 106 g inklusive des fest verbauten 1.500 mAh Akkus, der über USB-C lädt. Laut Nitecore liefert sie bis zu 1.500 Lumen und 230 m Leuchtweite, dazu kommen ein UV-Licht zum Prüfen von Geldscheinen oder zum Aufspüren von Lecks und ein grüner Laserpointer. Ein Schiebeschalter regelt die Helligkeit, mit dem M-Knopf wechselst du zwischen den Lichtquellen. Den Laser natürlich nie jemandem in die Augen richten.
Am Schlüsselbund macht sich eine kleine Reservelampe bezahlt. Die Nitecore TINI2 Ti wiegt 21,5 g, hat ein Gehäuse aus Titan, liefert bis zu 500 Lumen und zeigt die Restlaufzeit auf einem winzigen OLED-Display. Sie lädt über USB-C und hat zwei Sperrmodi, damit sie sich in der Tasche nicht von selbst einschaltet.
Wenn du Lumen, Candela und Akkus genauer verstehen willst, erklärt unser Taschenlampen-Ratgeber die Zahlen.
Das Multitool: wenn die Klinge das falsche Werkzeug ist
Ein Messer ist ein schlechter Schraubendreher und eine noch schlechtere Zange. Wenn du öfter etwas festziehst, herausziehst oder abzwickst, ist ein kompaktes Multitool sein Gewicht wert. Das SOG PowerPint zeigt, wie klein ein vollwertiges Werkzeug sein kann. Mit 119 g bringt es einen Zangenkopf mit flachen Backen, die wie eine Spitzzange arbeiten, Seitenschneider für harten und weichen Draht, eine Schere, einen 1/4" Bit-Halter und insgesamt 16 arretierbare Funktionen mit, darunter eine kleine Sheepsfoot-Klinge mit Wellenschliff.
Manche tragen statt eines eigenen Messers nur ein Multitool, und auch das ist eine gute Ausrüstung. Unser Multitool-Ratgeber hilft dir, die richtige Größe zu finden.
Kleine Extras und ein Check im Monat
Abseits der großen drei gilt: bescheiden bleiben. Ein Stift, zwei Pflaster in der Geldbörse, ein Stück Paracord als Armband oder Schlüsselanhänger. Das reicht. Die beste EDC-Ausrüstung ist nicht die mit den meisten Werkzeugen. Es ist die, die du in sechs Monaten noch immer dabeihast.
Schau sie dir einmal im Monat kurz an. Lampen laden, Messer abwischen und einen Tropfen Öl auf den Pivot geben. Wie das geht, zeigt unser Ratgeber zur Messerpflege.
Bereit für deine eigene Ausrüstung? Schau dir unsere EDC-Messer, Taschenlampen und Multitools an und fang mit dem Teil an, das dir letzte Woche am meisten gefehlt hat.



