Jagdmesser kaufen: Klingenform, Stahl und was beim Aufbrechen zählt


Von Knivestore
3 Min. Lesezeit

Traditional hunting pocket knives with stag handles, saw blades and corkscrew on a fur with antlers and binoculars

Frag zehn Jäger nach ihrem Messer und du hörst zehn Geschichten. Die eine schwört auf den alten Hirschhorn-Nicker vom Großvater, der andere trägt ein knalloranges Messer, seit er zwei im Laub verloren hat. Beide haben recht. Ein Jagdmesser muss niemanden beeindrucken. Es muss sauber arbeiten, wenn die Hände kalt, nass und in Eile sind.

Die Jagdsaison läuft, also hier das, worauf wir achten, wenn uns jemand um Rat fragt.

Kurze Klingen erledigen fast alles

Zum Aufbrechen von Reh, Gams oder Schwarzwild reicht eine Klinge von etwa 8 bis 11 cm völlig. Du arbeitest auf engem Raum und nah an Organen, die du nicht anschneiden willst. Kontrolle ist wichtiger als Reichweite. Lange Klingen sehen an der Wand toll aus, im Revier stehen sie meist im Weg.

Eine Klingenstärke von 3 bis 4,5 mm bringt genug Steifigkeit für Gelenke und Knorpel, ohne klobig zu wirken.

Boker Försternicker Stag

Der Boker Försternicker Stag ist die klassische Antwort aus dem deutschsprachigen Jagdwesen. Seine 11 cm Klinge ist etwas breiter und stärker geschwungen als bei einem spitzen Jagdmesser, mit hohem Flachschliff in N690, 4,5 mm stark. Dazu Hirschhorn-Griffschalen, Neusilber-Backen und die typische Nickerscheide aus Leder.

Klingenform: Drop Point, Skinner und Aufbrechklinge

Der Drop Point ist der Allrounder. Weil der Rücken zur Spitze hin abfällt, sitzt die Spitze tiefer und lässt sich besser führen. Beim Öffnen der Bauchdecke sinkt so das Risiko, den Darm zu verletzen und Wildbret zu verderben. Ein kräftiger Bauch, also der geschwungene Teil der Schneide, hilft beim Aus-der-Decke-Schlagen mit langen, gleichmäßigen Schnitten.

Fox Knives European Hunter Olive 1502

Das Fox Knives European Hunter zeigt das gut. 9,5 cm Klinge aus N690, 4 mm stark, mit deutlichem Bauch zum Abziehen der Decke, Olivenholzgriff und Lederscheide. Kompakt, 181 g und leicht zu reinigen.

Eine Aufbrechklinge geht noch einen Schritt weiter. Ihre Spitze ist abgerundet oder geschützt, du kannst sie unter die Haut schieben und die Bauchhöhle öffnen, ohne darunter etwas anzustechen. Viele Jäger haben so eine zusätzlich zum Hauptmesser dabei.

Böker Plus HL Fixed Gutting Knife

Das Böker Plus HL Fixed Gutting Knife ist genau so ein Spezialist: 9 cm 440C, ein griffiger TPR-Griff in Signalorange und nur 92 g. Wer alles in einer Scheide haben will, greift zum HL Game Processing Set mit Drop Point, Aufbrechmesser und Säge.

Feststehend oder Jagdtaschenmesser

Ein feststehendes Messer hat keine Gelenke, in denen sich Schweiß und Fett sammeln. Es ist schneller sauber und sehr robust. Ein gutes Jagdtaschenmesser dagegen steckt den ganzen Tag unauffällig in der Hosentasche und bringt oft eine Säge für Brustbein oder Schloss mit. Unser Ratgeber feststehend oder klappbar geht da tiefer ins Detail.

Boker Hunters Knife Quadro CPM

Das Boker Hunters Knife Quadro CPM ist die klassische Variante mit mehreren Klingen: 8,5 cm Hauptklinge aus CPM-CruWear mit 62 bis 63 HRC und Backlock, dazu Aufbrechklinge, Säge und Korkenzieher, alles unter Hirschhorn.

Stahl und Griff: denk an Schweiß, Regen und Handschuhe

Schweiß ist salzig und nasses Laub bleibt nass. Ein rostfreier Stahl wie N690 oder 440C macht das Leben leichter. CPM-CruWear hält die Schärfe sehr lange, ist aber nicht rostfrei. Wisch ihn gleich nach dem Einsatz trocken. Mehr zu den Stahlbezeichnungen in unserem Ratgeber Klingenstahl.

Der Griff darf nass nicht rutschen. Gummiartiges TPR und strukturierte Materialien greifen gut, Hirschhorn und Holz fühlen sich wärmer an und altern schön. Eine Signalfarbe klingt nach Spielerei, bis du dein Messer in der Dämmerung im Herbstlaub ablegst.

Nach der Jagd

Reinige das Messer noch am selben Tag mit warmem Wasser und etwas Spülmittel, trockne es gründlich und gib einen Tropfen lebensmittelechtes Öl drauf. Nie nass in der Lederscheide lagern. Ein kleiner Schärfer im Rucksack zahlt sich aus, denn ein scharfes Messer braucht weniger Kraft und rutscht seltener ab. Wie das geht, zeigen unser Schärf-Ratgeber und unser Ratgeber Messerpflege.

Kurz gesagt

Rund 10 cm Klinge, ein Drop Point oder ein klassischer Nicker als Hauptmesser, eine Aufbrechklinge, wenn du viel Wild versorgst, rostfreier Stahl, außer du pflegst gern, und ein Griff, den du mit nassen Handschuhen sicher hältst. Stöbere in unseren Jagdmessern oder, für Steine und Schärfer, in unserem Sortiment Messerpflege und Schärfen.


Folge uns

Facebook Instagram